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Georg Trakl, Die schöne Stadt (1907)
 
 

Alte Plätze sonnig schweigen.
Tief in Blau und Gold versponnen
traumhaft hastensanfte Nonnen
unter schwüler Buchen Schweigen.
 

Aus den braun erhellten Kirchen
schaun des Todes reine Bilder,
großer Fürsten schöne Schilder.
Kronen schimmern in den Kirchen.
 

Rösser tauchen aus dem Brunnen.
Blütenkrallen drohn aus Bäumen.
kNABEN  SPIELEN  WIrr  von   tRÄumeN
abends leise dortamBrunnen.
 
 
 
Mädchen stehen an den Toren,
schauen scheu ins 
Ihre feuchten Lippen beben
und sie warten an den Toren.

farbige Leben.
 
 
 
 
 
 

Zitternd flattern Glockenklänge,
Marschtakt  h  a  l  l  t   und Wacherufen.
Fremde lauschen auf den Stufen.
HochimBlausind Orgelklänge.
 

H e l l e   I n s t r u m e n t e   s  i  n  g   e  n     .
Durch der Gärten Blätterrahmen
schwirrt das Lachen schönerDamen.
L e i s e   j u n g e  M ü t t e r   s   i   n   g   e   n         .
 

Heimlich haucht an blumigen Fenstern
Duft von Weihrauch, Teer und Flieder.
Silbern flimmern müde Lider
durch die Blumen an  den  Fenstern.


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