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Georg Trakl

 
SOMMER

Am Abend schweigt die Klage
Des Kuckucks im Wald. 
Tiefer neigt sich das Korn, 
Der rote Mohn.

Schwarzes Gewitter droht 
Über dem Hügel. 
Das alte Lied der Grille 
Erstirbt im Feld.

Nimmer regt sich das Laub 
Der Kastanie. 
Auf der Wendeltreppe 
Rauscht dein Kleid.

Stille leuchtet die Kerze 
Im dunklen Zimmer; 
Eine silberne Hand 
Löschet sie aus;

Windstille, sternlose Nacht.

AM MOOR

Wanderer im schwarzen Wind; leise 
                        flüstert das dürre Rohr 
In der Stille des Moors. Am grauen 
                                              Himmel 
Ein Zug von wilden Vögeln folgt; 
Quere über finsteren Wassern.
 

Aufruhr. In verfallener Hütte 
Aufflattert mit schwarzen Flügeln die 
                                               Fäulnis; 
Verkrüppelte Birken seufzen im Wind.
 

Abend in verlassener Schenke. Den 
                              Heimweg umwittert 
Die sanfte Schwermut grasender 
                                          Herden, 
Erscheinung der Nacht: Kröten tauchen
                           aus silbernen Wassern.


 
 

Aufgabenstellung:

Wähle eines der beiden Gedichte von Georg Trakl aus und
verwandle es in eine Erzählung - mach also eine Geschichte daraus!

1. Entscheide dich: Wer soll die Hauptfigur deiner Geschichte sein?

2. Möchtest du, dass deine Geschichte zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort spielt?
(Das muss nicht sein!)

3. In welchem Tempus willst du erzählen (Präteritum oder Präsens)?

4. Für welche Erzählhaltung entscheidest du dich, willst du also
a) in Ich-Form erzählen
b) oder auktorial („allwissend"; z.B. »Er dachte: „Was ist denn das?", lief aber einfach weiter.«)
c) oder personal (z.B. »Er war sich nicht sicher. Was hatte er da gesehen? Er lief weiter.«) ?

5. Ganz wichtig:
Zu der beobachteten äußeren Handlung - zu dem,
was sich aus dem Blickwinkel des Beobachters/Erzählers „am Abend" ereignet -
muss in deiner Erzählung noch die innere Handlung hinzukommen - das also, was
a) die Hauptfigur empfindet/denkt
b) oder der Beobachter empfindet/denkt
c) oder was beide empfinden/denken.
Davon steht in dem Gedicht nichts, das musst du also hinzuerfinden!
(Aber in der Stimmung der Bilder ist einiges davon enthalten!)

6. Bedingungen:
»Ein Gedicht in eine Erzählung verwandeln« -
das heißt »den Text des Gedichts expandieren (ausdehnen), und zwar mit eigenen Worten«.
In deiner Erzählung darf kein Satz des Gedichts wörtlich oder fast wörtlich vorkommen -
auch nicht die bloße Verbindung „Subjekt + Prädikat" eines Satzes (z.B. »Die Klage des Kuckucks schweigt ... .«).
Natürlich soll trotzdem vom „Kuckuck" oder von „Grillen" die Rede sein.
Möglichst viele der 9 oder 10 Bilder des Gedichts sollten in deiner Erzählung erkennbar sein,
unbedingt die drei Bilder III,3/4 / IV,1/2 / IV,3/4.

Die von dir erzählte Geschichte muss inhaltlich im Rahmen der Gedicht-"Handlung" bleiben!

Halte zunächst kurze Notizen zu den einzelnen Punkten (1. - 4.) in deinem Heft fest, bevor du zu schreiben beginnst.

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