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Aus:
Thomas Eicher und Volker Wiemann (Hg.)
Arbeitsbuch: Literaturwissenschaft
Paderborn/München/Wien/Zürich (Schöningh) 1996, S. 37

Intertextualität und Diskurs:

Diese Aussagen stellen eine Radikalisierung der [...] Intertextualitäts-Theorie dar. Der literarische Text erscheint nunmehr gänzlich als aus anderen Texten bestehend, nicht nur aus literarischen, sondern auch aus solchen, die in den unterschiedlichsten Bereichen der Gesellschaft entstanden sind wie in den Medien oder im juristischen oder technischen Sprachgebrauch. Wir wollen im folgenden solche ,Spezialsprachen', die in den verschiedensten Praxisbereichen unserer arbeitsteilig organisierten Gesellschaft enstanden sind, mit Michel Foucault Diskurse nennen. Autoren nun leisten nach Barthes nicht viel mehr, als die Selektion und Kombination dieser sie umgebenden Diskurse und dies nach Regeln, die durch die schon immer vorhandene Sprache vorgegeben werden. In gewisser Weise können wir den Begriff ,Autor' im literarischen Kommunikationsmodell ersetzen durch das Bild des Brennglases, das die verschiedensten Diskurse einer Zeit bündelt."

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