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Heutige Gedanken über „Satan" und "teuflischen Coppelius""

(SchülerInnen Kl. 13, Stuttgart 1997)

Ma.B.
Für Nathanael ist die Erscheinung des Sandmanns die Erscheinung des Bösen. Und dieser Glaube treibt ihn in eine Art Verfolgungswahn, dessen er sich nicht bewusst ist. Die anfängliche Neugierde und Abenteuerlust des Kindes ist durch das traumatische Erlebnis mit Coppelius zerstört worden.

A.P.
Ich weiß nicht, ob es einen Teufel gibt, der mit den Lebenden einen Pakt schließt, Seelen kauft und Menschen besessen macht. Ich weiß jedoch, daß Massenmörder Amok laufen, Menschen ihre Ehepartner betrügen und Banken ausrauben - wobei ich nicht finde, daß Ehebruch etwas Böses und vom Teufel beeinflusst ist , genauso wie es für einen Bankraub viele Gründe geben kann.
Bei Massenmördern dagegen frage ich mich, warum sie Gefallen an Mord finden. Sie sind meiner Meinung nach krank im Kopf. Diesen Wahnsinn mit dem Teufel zu erklären, ist am einfachsten. Für seine Existenz gibt es jedoch keine Beweise. In einem solchen Weltbild wäre der Teufel das Böse, das schlechten Einfluss auf die Menschen ausübt, und Gott das Gute, das uns, so gut es geht, beschützt vor dem Bösen. Diese klassische Vorstellung ist auch mir am nächsten. Aber ich denke auch, daß das Gute und Böse in jedem von uns steckt, und unsere Umwelt entscheidet, in welche Richtung wir uns bewegen. Niemand wird als Mörder geboren.

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(Klaras Brief an Nathanael)