Augen1
täglich und stündlich gedenke ich Eurer aller und in süßen Träumen geht meines holden Clärchens freundliche Gestalt vorüber und lächelt mich mit ihren hellen Augen so anmutig an
Vgl. den Gegensatz in Augen5, dort die Augen des Coppelius: grünliche Katzenaugen stechend, unter buschigten grauen Augenbrauen
Augen2

erwiderte die Mutter: »wenn ich sage, der Sandmann kommt, so will das nur heißen, ihr seid schläfrig und könnt die Augen nicht offen behalten, als hätte man euch Sand hineingestreut.«
Offene Augen bedeuten Wachsein/Wachsamkeit. Vermutlich/wahrscheinlich besteht ein Zusammenhang mit der späteren Neugier des kleinen Nathanael.
Augen3

(der Sandmann des Märchens/den Kindern) wirft ihnen Hände voll Sand in die Augen, daß sie blutig zum Kopf herausspringen
Neben die hellen Augen (Klaras) und die dunklen bzw. stechenden Augen (des Coppelius) treten die blutigen Augen der Kinder im Märchen.
Augen4

(der Sandmann des Märchens) trägt sie in den Halbmond zur Atzung für seine Kinderchen; die sitzen dort im Nest und haben krumme Schnäbel, wie die Eulen, damit picken sie der unartigen Menschenkindlein Augen auf
Worin liegt das Unartigsein der Menschenkindlein im Märchen? Daß sie nicht einschlafen wollen, also wach bleiben wollen? Ist das Aufpicken/Blenden also eine "moralisch" verstandene Bestrafung für Wachsamkeit/Neugier?
Augen5

(Coppelius) einen großen breitschultrigen Mann mit einem unförmlich dicken Kopf, erdgelbem Gesicht, buschigten grauen Augenbrauen, unter denen ein Paar grünliche Katzenaugen stechend hervorfunkeln, großer, starker über die Oberlippe gezogener Nase
Vgl. Klaras "helle Augen" (Augen1): Offensichtlich werden Coppelius und Klara von Anfang an als Kontrastfiguren - "hell - dunkel", "anmutig/hold - stechend/gefährlich" - dargestellt.
Augen6

war es seine (des Coppelius) Freude, irgend ein Stückchen Kuchen, oder eine süße Frucht, die uns die gute Mutter heimlich auf den Teller gelegt, unter diesem, oder jenem Vorwande zu berühren, daß wir, helle Tränen in den Augen, die Näscherei, der wir uns erfreuen sollten, nicht mehr genießen mochten vor Ekel und Abscheu.
Dem Motiv Kinderaugen/Blut (Märchen) tritt hier das Motiv Kinderaugen/Tränen gegenüber; s. traenen.html.
Augen7

der Sandmann war mir nicht mehr jener Popanz aus dem Ammenmärchen, der dem Eulennest im Halbmonde Kinderaugen zur Atzung holt - nein! - ein häßlicher gespenstischer Unhold, der überall, wo er einschreitet, Jammer - Not - zeitliches, ewiges Verderben bringt
Vgl. Sandmann27

Augen8, Augen9, Augen10
Mir war es als würden Menschengesichter ringsumher sichtbar, aber ohne Augen - scheußliche, tiefe schwarze Höhlen statt ihrer. »Augen her, Augen her!« rief Coppelius mit dumpfer dröhnender Stimme. Ich kreischte auf von wildem Entsetzen gewaltig erfaßt und stürzte aus meinem Versteck heraus auf den Boden.
Nicht: "Ich (Nathanael) sah..."; das Sehen (und damit sein Realitätsgehalt) wird vielmehr zweifach relativiert: "mir war es als" + Konj. und "würden sichtbar" (also passivisch). Sicht-bar werden (scheinbar?) Ge-sicht-er. Die Augen des Sehenden (des Kindes Nathanael) fehlen im erzählenden Text; die Augen der Gesehenen (Menschengesichter) fehlen in der erzählten Realität; statt ihrer die schwarzen Höhlen (s. Kommentar). - gewissermaßen eine Vorwegnahme des von Coppelius real beabsichtigten Augen-Raubs (= Blendung). "Augen her!": ein magischer Befehl.
Augen11
, Augen12 , Augen13 , Augen14 , Augen15 , Augen16
(Coppelius) riß mich auf und warf mich auf den Herd, daß die Flamme mein Haar zu sengen begann: »Nun haben wir Augen, Augen - ein schön Paar Kinderaugen.« So flüsterte Coppelius, und griff mit den Fäusten glutrote Körner aus der Flamme, die er mir in die Augen streuen wollte. Da hob mein Vater flehend die Hände empor und rief. »Meister! Meister! laß meinem Nathanael die Augen - laß sie ihm!« Coppelius lachte gellend auf und rief. »Mag denn der Junge die Augen behalten und sein Pensum flennen in der Welt; aber nun wollen wir doch den Mechanismus der Hände und der Füße recht observieren.«
Aus den Sandkörnern des Märchens sind glutrote alchimistische Körner geworden. Das Sandmann-Augen-Motiv des Märchens (Blendungs-Motiv) ist in Form des in die Augen gestreuten Sandes übernommen. An die Stelle der herausgepickten Augen (s. Augen4) sind nun aber herausgebrannte Augen getreten, aus "blutig"/blutrot (Augen3) ist "glutrot" geworden. Die Tränen ("flennen") stehen nun der Flamme (Gegensatz Feuer-Wasser) gegenüber.
Augen17

dann wirst Du überzeugt sein, daß es nicht meiner Augen Blödigkeit ist, wenn mir nun alles farblos erscheint, sondern, daß ein dunkles Verhängnis wirklich einen trüben Wolkenschleier über mein Leben gehängt hat, den ich vielleicht nur sterbend zerreiße
Paßt hierhin das Gedicht von ernst jandl "leben/kleben..."?

Augen18
Die Tränen stürzten der Mutter aus den Augen. »Aber Vater, Vater!« rief sie, »muß es denn so sein?«
Vgl. zu "helle Tränen in den Augen" (Augen6), dort die Tränen des Kindes, hier die der Mutter.
Augen19

»... schlafe - schlafe«, rief mir die Mutter nach; aber von unbeschreiblicher innerer Angst und Unruhe gequält, konnte ich kein Auge zutun. Der verhaßte abscheuliche Coppelius stand vor mir mit funkelnden Augen
Der Märchen-Sandmann (s. Augen2 und Augen4) will das Sehen (der Kinder), ihre Neugierde und Wachsamkeit verhindern und greift zum äußersten, radikalen Mittel, er blendet die Neugierigen. Nathanael wird h i e r für seine "Unart" (Augen4) mit dem Tod des Vaters bestraft. Vgl. auch das Motiv der Schlaflosigkeit bei Klara.
Augen20

(Klara:) so darf ich doch wohl kaum versichern, daß Deines Briefes Anfang mich tief erschütterte. Ich konnte kaum atmen,
es flimmerte mir vor den Augen
Paßt hierhin das Gedicht von ernst jandl "leben/kleben..."?

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