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Deutschunterricht als zentrales Fach im Rahmen der allgemeinen Medienerziehung
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Die folgenden Thesen sind übersichtlicher angeordnet als Folge von 17 miteinander verknüpften Seiten:
http://home.bn-ulm.de/schrey/neue-medien/konzeption/neumed/index.htm
Die Thesen stellen den Diskussionsstand um das Jahr 2000 dar, sind aber in ihrer Aussage auch 2006 relevant.
1. Die Schnittmenge zwischen Deutschunterricht und Neuen Medien bilden zuallererst die kulturellen GrundkompetenzenLesen (d.h. auch: „Verstehen von Texten" und „Umgang mit Literatur")Anders gesagt:
und Schreiben
und deren Reflexion.Die „Neuen Medien" konstituieren keinen additiv hinzukommenden Lern- und Arbeitsbereich - vielmehr geht es in ihnen um
die fundamentalen Fähigkeiten / Zielsetzungen / Arbeitsbereiche des Deutschunterrichts als muttersprachlichen Unterrichts überhaupt,dies allerdings in einer neuen kultur- und technologiegeschichtlichen Situation.
2. Da also
die allgemeineren pädagogischen Zielsetzungen der Medienpädagogikmuss
(bzw. eines Unterrichts, der die Neuen Medien miteinbezieht,)
im Deutschunterricht die fundamentalen fachspezifischen Zielsetzungen berühren,die allgemeine medienpädagogische und -didaktische Reflexionwerden.
als deutsch-fachdidaktische Reflexionden konkreteren fachdidaktischen Überlegungen vorangestellt
3. Zwar:
Auch im Deutschunterricht haben Lern-CD-ROM und Lerndiskette ihre selbstverständliche Bedeutung als Lernhilfe.
Fragestellungen - z.B. im Rahmen des Grammatik- oder des Rechtschreib-Unterrichts - lauten dann:
"Was und wie kann
mit Hilfe der Neuen Medien
besser / effektiver / schneller / bequemer / motivierender / unterhaltsamer
gelernt werden
als bisher?
Was und wie nicht?"
4. Aber:
Zu den zentralen Bereichen des Deutsch-Unterrichts gehören die Neuen Medien
in andereren Funktionen als in der Funktion der Lernhilfe:
Sie stehen in produktiver (!) Konkurrenz zu den traditionellen Medien (= Gegenständen/Inhalten des Deutsch-Unterrichts):
der Computer als neues "Lesezeug" (Lese-Medium)
(als Hypertext-Medium auf CD-ROM und aus dem Internet)
konkurriert mit den traditionellen Print-Medien, v.a. mit dem (sakrosankten?) Buch
- per Scanner kann auch indirekt aus dem Buch gelesen werden
der Computer als neues Multi-Massenmedium
(durch die Integration von Text + Bild(Grafik) + Animation + Film + Ton v.a. in den Internet-Angeboten)
konkurriert mit den (mittlerweile) traditionellen AV-Medien Film und Fernsehen
(künftig wird sich diese Konkurrenz mehr und mehr in eine Integration verwandeln)
der Computer als neuer umfassender (multimedialer) Text- bzw. Wissensspeicher
(per CD-ROMs, Internet, Kombination CD-ROM/Internet [online/offline])
steht in Konkurrenz nicht nur zu Lexiken, Kompendien usw., sondern letztlich
zum gesamten gedruckt und in anderen Speichermedien vorliegenden globalen Wissen
- per Scanner kann auch das in Printmedien gespeicherte Wissen übernommen werden
der Computer als interaktives Medium
(durch die flexible „Navigierbarkeit" des Zugangs zu den WorldWideWeb- / den CD-ROM-Angeboten)
steht mit seiner (partiell) aktiven Nutzung des Mediums
in Konkurrenz zur passiv-reproduktiven Nutzung traditioneller Medien (Buch, Zeitung, Fernsehen, Film ...)
(schnelle, strukturierte, bequeme Verfügbarkeit)
der Computer als neues "Schreibzeug" (Schreib-Medium)
(Textverarbeitungs-Programme und Hypertext-Programme)
konkurriert mit den traditionellen Medien Schreibmaschine/Papier und (individuelle/persönliche!) Handschrift auf Papier
der Computer als neues Präsentationsmedium
(Präsentations-Programme + [z.B.] Beamer)
konkurriert mit den (mittlerweile) traditionellen Visualisierungs-Medien Overhead-Projektor u.ä.
der Computer als neues Publikationsmedium (mit bestimmter Zielgruppe/eingeschränkter Reichweite)
(Textverarbeitungs-, Präsentations-Programme + Drucker)
ermöglicht die kreativ-produktive Nutzung des Mediums
und konkurriert mit den traditionellen (Print-)Publikations-Medien (Flugblatt, (Schul-)Zeitung u.ä., [Buch])
der Computer als neues Publikations-(Massen-)Medium (ohne definierte Zielgruppe/globale Reichweite)
(Editions-/Publikations-Programme: Hypertext: im Internet / per Brenner auf CD-ROM)
(gerichtet entweder/oder bzw. sowohl/als auch: an ein zielgerichtet-bestimmtes Publikum / an das unbestimmt-globale Publikum)
ermöglicht die (kreativ-produktive) adressatenbezogene Nutzung des Mediums,
wo bisher konkurrenzlos "Lehrer/-in + Klasse im Unterricht" als Publikum galten
der Computer als neues (fern-schriftliches) Telekommunikations-Medium
(per E-Mail, Newsgroups, Chatten)
konkurriert mit den traditionellen (z.T. mündlichen!) Tele-Medien Brief/Korrespondenz, Telefongespräch
5. "Produktive Konkurrenz" der alten und neuen Medien bedeutet:
Es geht nicht um "Sieger" und "Verlierer", nicht um "progressive" und "konservative" Ansätze,
sondern um ein in jedem einzelnen Fall neu balancierendes Abwägen bei der Entscheidung für das eine oder für das andere Medium (Leitmedium)
bzw. für das spezifische Profil der Integration mehrerer miteineinader vernetzter ("alter" und "neuer") Medien.
6. Die deutsch-fachdidaktischen Fragen und Aufgabenstellungen, die sich aus dieser Sachlage ergeben,
sind bisher erst an wenigen Stellen reflektiert worden.
Aus diesem Grunde erscheinen zunächst Zusammenfassungen bisher vorgetragener Positionen als sinnvoll.
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Medienpädagogische Thesen
im Anschluss an Dieter Baacke und Gerhard Tulodziecki
Erziehung im Zusammenhang mit den Neuen Medien (D.B.)1
"Medienkompetenz" als gemeinsame Lernaufgabe (D.B.)Erwachsene wie Kinder/Schüler: gleichzeitig/miteinander als Lernende (eher die Jüngeren mit Neugier statt Abwehr); Konzept der „retroaktiven Sozialisation" und des „Austauschs von Kompetenzen" d.h.: in den neuen Medien-Welten: nicht mehr der traditionelle Vorrang des Erziehers/der Erziehung Veränderungen der wahrnehmbaren Welt durch die neuen Medien: Sinn und Bedeutungen transportiert nicht nur über Sprache, sondern auch über die Inszenierung von Bildern „Medienwelten sind Bilderwelten" (Baacke) Text-Lernen aus dem Buch ergänzt durch das Entziffern-Können von analog aufgebauten Materialien (Bild/Ton) Kommunikation nicht nur technisch-innovativ, sondern zunehmend auch interaktiv gesellschaftliche Zielsetzung:
„Diskurs der Informationsgesellschaft" (Baacke) (wirtschaftliche, technische, soziale, kulturelle und ästhetische Probleme einbeziehend) als Gestaltungsziel auf überindividueller/gesellschaftlicher Ebene (d.h. keine subjektiv-individualistische Verkürzung der Zielsetzung!)
Neue Medien in der Schule: Konzeption der
Schule
(G.T.)2
Leitideen für den Unterricht (G.T.)
(Schüler und Lehrer betr.)
Medienkompetenz im Rahmen schulischer
Bildungsaufgaben
(G.T.) / (Schlüsselqualifikationen)
im Medienzusammenhang als Fähigkeiten
Bund-LänderKommission 1995 (von der
KMK
1995 übernommen):
Aufgabenbereiche der Medienerziehung
- „Medieneinflüsse erkennen und
aufarbeiten
- Medienbotschaften verstehen und bewerten
- Medienangebote auswählen und nutzen
- Medien selbst gestalten und verbreiten
- Medien hinsichtlich ihrer gesellschaftlichen
Bedeutung
analysieren und beeinflussen"
Medienkompetenzen, vierfach
ausdifferenziert (D.B.)
(die mittlerweile „klassische" Definition)
Umgang mit den Neuen Medien:
Fünf Aufgabenbereiche (G.T.)
A.
Erkennen und Aufarbeiten von Medieneinflüssen
B. Verstehen und Bewerten von
Mediengestaltungen
C. Auswahl und Nutzung von
Medienangeboten
unter Beachtung von Handlungsalternativen
D. eigenes Gestalten und Verbreiten von
Medienbeiträgen
E. Durchschauen und Beurteilen von
Bedingungen
der Medienproduktion und Medienverbreitung
Zusammenhang „Neue Medien - (sog. „Neue") Kommunikations- und Arbeitsformen" (G.T.)
1.
offene Formen des Gesprächs und des Erfahrungsaustauschs
2. selbsttätiges Arbeiten in geeigneten
Lernumgebungen
3. Bearbeitung lern- und
entwicklungsanregender Aufgaben
in Lerngruppen unter Anleitung einer Lehrperson
4. mannigfaltige Aktivitäten des
Schullebens
Medien grundsätzlich (G.T.)
Neue Medien speziell (G.T.)
Vorzüge computerbasierter Medien (G.T.)
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Thesen:
Deutschunterricht in der Medienkultur - Integrativer Deutschunterricht(Zusammenstellung: Dieter Schrey, in enger Anlehnung an: Jutta Wermke, Integrierte Medienerziehung im Fachunterricht - Schwerpunkt: Deutsch (München 1997), aus dem Kap. „Deutschunterricht in einer Medienkultur", S. 46 f./S. 28 f.)
1. Deutschunterricht in einer Medienkultur muss integrativer Deutschunterricht sein. Sein traditioneller Gegenstandsbereich - das Buch bzw. die Buchkultur - kann nur noch bedingt isoliert betrachtet werden.
2. Buch und Buchkultur sind eingebunden in eine Medienkultur zusammen mit audiovisuellen und interaktiven [elektronischen] Medien.
3. Charakteristisch für diese Medienkultur ist die multimediale und intermediale Vernetzung der beteiligten Medien.
4. In der aktuellen Medienkultur haben sich Medienverbünde herausgebildet, die nicht nur unter dem Gesichtspunkt ihrer ökonomischen Verwertbarkeit, sondern gerade auch als ästhetische Profile von Interesse sind.
5. Die Medienverbünde haben sich im Anschluss an ein bestimmtes Leitmedium entwickelt.
6. „Leit-Medium" ist jeweils das Medium, an dessen spezifischer Ästhetik sich andere Medien - als „Folgemedien" - orientieren.
7. Das Buch als Gegenstand eines integrativen Deutschunterrichts in einer Medienkultur kann sowohl Leitmedium - und damit normsetzend (z.B. für filmische und auditive Realisationen) - wie auch Folgemedium (z.B. als Buch zum Film) sein.
8. Schüler und Lehrer partizipieren in ihrer Freizeit überwiegend an unterschiedlichen Medienverbünden. Daraus ergeben sich Probleme der Kommunikation, der Wertung und des kulturellen Selbstverständnisses von Gruppen bzw. Generationen.
9. Konzeptionelles Umdenken steht daher am Anfang einer deutschdidaktischen Auseinandersetzung mit Multimedialität und Intermedialität:
9.1 Die Lernbereiche sind aus ihrem Junktim zu lösen: Lesen und Schreiben aus ihrer Bindung an Buch oder Heft, Sprache und Literatur von der Schrift.
9.2 Die Rezeptionserfahrungen der Schüler mit den verschiedenen Medien sind für Deutschunterricht relevant; der Lehrer muss als Rezipient mit seinen je spezifischen Medienpräferenzen in die Reflexion miteinbezogen werden.
9.3 Die normierende erzieherische Funktion des Deutschunterrichts [traditionell: im Rahmen der Buchkultur, heute: der Medienkultur] muss neu reflektiert und modifiziert werden.
9.4 Künftig wird im Hinblick auf das Leitmedienprinzip stärker der ästhetische Eigenwert der Medien neben inhaltlichen Aspekten zu beachten sein.
10. Vier Schlüsselfragen ergeben sich:
10.1 Selbstverständnis/ Reflexion:
Welche Konsequenzen hat die Medienentwicklung für das Selbstverständnis des Faches?
Und umgekehrt: Wie ist das Fach an der Medienentwicklung beteiligt?10.2 „Intertextualität" (spezifische Definition des Begriffs von J. Wermke):
Inwiefern sind die traditionellen Gegenstände des Faches in den Medien präsent?
Inwiefern führen die Medien zur Veränderung des traditionellen Gegenstandsbereichs?10.3 Ziel/Mittel-Ambivalenz:
Wie kann die Doppelfunktion der Medien, Unterrichtsgegenstand und -mittel zu sein, genutzt werden?10.4 Aufgabenstellung:
Welche Standardaufgaben können auch, gar nicht oder besser auf Beispiele aus den Medien bezogen werden?
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Thesen:
Deutschunterricht: Der Computer als Instrument und MediumZusammenstellung: Dieter Schrey, in enger Anlehnung an: Elin-Birgit Berndt, Der Deutschunterricht als Ort der Informationstechnischen Grundbildung und der Medienerziehung, Kap. 3 u. 4 in: E.-B. Berndt/U. Schmitz (Hrsg.), Neue Medien im Deutschunterricht, Osnabrücker Beiträge zur Sprachtheorie (OBST) März 1997, S. 10 ff.
1. Muttersprachlicher Unterricht: nicht nur Lehre der Muttersprache als System, Kenntnis ihrer Regeln und Training, sondern auch Vermittlung von Erfahrungen mit dem, was man mit der Muttersprache als Kulturtechnik und Kommunikationstechnik machen kann.
2. Die Lerngegenstände des Faches präsentieren sich jeweils in konkreten Formen, in lautlicher oder visueller Gestalt oder in beidem.
3. Im Deutschunterricht sind neben die Print-Medien als Gegenstand sprachlicher und literarischer Untersuchungen die audiovisuellen und elektronischen Medien getreten. Texte sind multimedial geworden.
4. Die Auseinandersetzung mit den Neuen Informations-techniken und Medien wird dem Deutschunterricht nicht als etwas Fremdes, von außen Kommendes zugemutet: Auch Schrift ist Informationstechnik, auch Bücher sind Medien.
5. ITG und Medienerziehung berühren einander, bilden überlappende Lernbereiche.
6. Computernutzung im Deutschunterricht:
Bewegung im Spannungsfeld zwischen Computer als Instrument (Maschine) und Computer als Medium (Schelhowe 1996).7. Zunächst war der Computereinsatz in den Schulen noch geprägt vom Computer als Büromaschine bzw. Druckvorstufe und von den damit verbundenen neuen technischen Schwierigkeiten (,,Computerführerschein"). Mit dem zunehmenden Angebot an Edu- und Infotainment-Software treten die medialen Aspekte in den Vordergrund. Die Verlagerung auf den Computer als Medium hat seine leichte Bedienbarkeit aber zur Voraussetzung.
8. Der Begriff ,,Denkzeug" für den Computer (Klaus Haefner) betont die Funktion des Rechners als Übertragung kognitiver Prozesse auf technische Systeme.
9. Der Computer ist Instrument und Medium - ein instrumentales Medium:
Medium: wegen seiner Interaktivität (Zwei-Wege- Medium), eben nicht Medium im klassischen Sinn (er schließt den Einfluss auf das Medium durch den Benutzer ein)
Instrument: die instrumentale Funktion ermöglicht überhaupt erst die Einflussnahme auf das Medium10. Der Computer ist heute aus der sprachlichen Kommunikation und Gestaltung nicht mehr wegzudenken:
Textproduktion auf allen Ebenen (von der Textverarbeitung zur Buchherstellung oder der elektronischen Publikation bis zum multimedialen Hypermedium, off-line als CD-ROM und on-line im WWW des Internet)11. Der Bildschirm des Computers fungiert als Lesebogen und als Schreibpapier. Ein Deutschunterricht, der Lesen und Schreiben vermitteln will, muss die Schülerinnen und Schüler mit dem Computer als Schreib- und Lesezeug und als Medium für zu Lesendes und zu Schreibendes vertraut machen.
12. Zu den Aufgaben des Deutschunterrichts gehört lehrplangemäß auch die Einführung in Methoden des Wissenserwerbs: heute (außer über Print- und AV-Medien) online/WWW und offline/CD-ROM. Der Umgang mit Datenbanken wird Gegenstand des Deutschunterrichts sein.
13. Die Hypertext-Struktur (Schelhowe 1996) neuer Medien und insbesondere des WWW im Internet knüpft zwar an Verweisstrukturen aus den Print-Medien an, verlangt jedoch eine besondere Leistung, für die sich Schülerinnen und Schüler Hilfe bei den Lehrerinnen und Lehrern holen können müssen.
14. Lesen muss neu gelernt werden; an die Stelle der Print-Medien sind bebilderte und vertonte, teilweise nur im Netz verfügbare digitale Medien getreten.
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Deutschunterricht: Medienschriftkompetenz als Hypertext-Kompetenz3Zusammenstellung: Dieter Schrey, in engem Anschluss an: Adalbert Wichert, Hypertext im Deutschunterricht. Überlegungen zur Rhetorik und Didaktik des Hypertexts, in: E.-B. Berndt/U. Schmitz (Hrsg.), Neue Medien im Deutschunterricht, Osnabrücker Beiträge zur Sprachtheorie (OBST) März 1997, S. 118 ff.
1. Hypertext als Vorstufe von Text:
Konsequenz aus Ergebnissen der Schreibforschung
(z.B.: wie komplex Textordnungsprobleme sind; wie komplex die Aufgaben sind, die mit der schulischen Vermittlung von Textstrukturierungsfähigkeiten zusammenhängen):
- Ergänzung der Schreibplan-Didaktik durch Design-Konzeptionen, die das Schreiben als einen Prozess begreifen:
- der nicht vorausplanbar ist
- dessen Planungsstrategien, dessen Produktionsweg und dessen Ergebnis nicht a priori festliegen,
- sondern im Laufe des Schreibprozesses entwickelt und in immer wieder neuen Entscheidungen umgestaltet werden:
- sprunghafter Wechsel zwischen verschiedenen Gebieten
- offene formale Vorstellungen (also Verzicht auf eindeutigen Aufbau, auf eindeutige Abfolge im Text)
- Netzstrukturen, die es ermöglichen, die gleichen Punkte von verschiedenen Richtungen her anzugehen
- nichtlineares Wachsenlassen von Assoziationsstrukturen, Clustering (Knüpfen von 'Ideennetzen'/'nichtlineares Brainstorming')
- als Verfahren, Schreibhemmungen zu lösen
- offene Fragen: Text-Bild-Relationen; Schrifttext-Sprech- text-Relationen; Formen, Funktionen und Rezeptionsweisen von Offenheit; Lesersteuerung (Navigationshilfen), Leserautonomie und Formen der Interaktivität im Hypertext
2. Vorformen von Hypertext: Realisieren einfacher Verweisstrukturen:Nutzung vielfältiger Möglichkeiten, Texte miteinander zu verknüpfen:
- zeitliche, räumliche, kausale Nachbarschaften oder Ähnlichkeiten
- Verknüpfung einer Aussage mit Erklärung, Begründung, Schlussfolgerung, Verallgemeinerung, Veranschaulichung, Vergleich, Einschränkung ihrer Gültigkeit, ihrer Kritik
- Definition / Differenzierung von Begriffen, Verbindung mit Ober- oder Unterbegriffen usw.
3. Verknüpfung von Texten zu einem Hypertext:Textmaterial: z.B.
Aufgaben:
- verschiedene Texte, verknüpft zu einem Problemkreis
- verschiedene themen- oder motivgleiche Gedichte
- z.B. ein Gedicht und ein Umfeld aus verschiedensten Gebrauchstexten
- Textauszüge aus einer Erzählung, einem Roman
- begründete Auswahl des Textkorpus
- Begründung der Verbindung zwischen den Texten oder Textstellen
- Wahl geeigneter Begriffe als Anker („Welche Erwartungen löst der jeweilige Ankerbegriff aus?" „Wie werden diese Erwartungen durch den Zieltext erfüllt, bzw. wird Befremden ausgelöst?")
4. Transformation von Texten in Hypertexte durch Ein- schreiben eigener Texte (produktive Verfahren):
- erläuternde, definierende, argumentierende, assoziative Kommentare in Hypertexte schreiben
- Hypertexte erweitern oder reduzieren (z.B. einen Bericht zu einem Nachrichtenkopf bzw. umgekehrt
- Erzähltexte durch Einfügungen erweitern, interpretieren, in Stil oder Perspektive verändern:
- durch Schilderung eines im Text nur erwähnten Raumes - durch Schilderung von Aussehen, Kleidung, Ausstrahlung einer Figur
- durch innere Monologe bzw. Tagebucheinträge von Figuren
- durch Briefe von einer Figur an eine andere oder an zusätzliche Figuren, die außerhalb des Erzählgeschehens stehen
- durch Kommentare des Erzählers, kleine Nebenepisoden, Parallelen zum erzählten Geschehen aus den Perspektiven verschiedener Figuren
- durch einen alternativen Schluss
- insgesamt also: durch - bewährte - Möglichkeiten des produktiven Literatur- und Sprachunterrichts
5. Hypertexte als spielerische Textkompositionen:
- Durchführung kleinerer kreativer Spiele mit Hypertext
- Gestaltung kurzer Texte, einzelner Sätze, Wortgruppen, Wörter:
- grafisch und farbig auf verschiedenen Bildschirmseiten
- verbunden mit Such- und Verwirrspielen, mit Kreis-, Stern-, Linien-, Baumstrukturen
- verbunden mit logischen und assoziativen Leseangeboten
6. Hypertexte als Dokumentationen:eine neue Form des Vertextens von Unterrichtserfahrungen:
- multimediale Zusammenfassung dessen in einem Hypertext, was im Unterricht im Laufe einer Unterrichtseinheit als Text- und Bildmaterial eingebracht worden ist:
- Tafelbilder / Schüler-Texte / Lesekommentare / Bezüge zu vergangenen Unterrichtseinheiten / von einzelnen Schülern beigetragene Materialien
- Verbindung all dessen in einem im Laufe der Zeit wachsenden Hypertext
- qualitative Weiterentwicklung:
- durch wiederholte redaktionelle Überarbeitung von Textanteilen („work in progress")
- durch Ergänzungen oder Veränderungen der Verweise (Hyperlinks)
- durch Einrichtung von Navigationswerkzeugen wie Index und Vernetzungsgrafiken
- auf diese Weise per Hypertext: mitwachsende Dokumentation der Unterrichtsergebnisse (auf Diskette, CD-ROM oder Homepage)
1Dieter Baacke, Die Zukunft der Erziehung, Vortrag, gehalten im August 1996 auf der Tagung „Digital Kids" in der Schweiz; der Volltext ist zu finden unter der Internet-Adresse http://agora.unige.ch/sfib/interface/archiv/4_96/if_baacke. html
2Gerhard Tulodziecki, Medien und Schule - Konkurrenz oder Ergänzung? Vortrag, gehalten am 12. Dezember 1997 auf dem Kongreß "Bilderwelten - Weltbilder" der Landesbildstelle Württemberg; der Volltext ist zu finden unter der Internet-Adressse
http://server.lbw.bwue.de/ktulodzi.htm3„Eine einfache Definition, die das Wesentliche am Hypertext erfasst: das Medium Computer, die Freiheiten des Lesers und das Entscheidende, die 'links', lautet: »Wenn man computergespeicherte Informationen untereinander verknüpft und dies an der Benutzeroberfläche kenntlich macht, nennt man dies Hypertext.« (Hofmann/Simon 1995)