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EDUARD MÖRIKE, "Um Mitternacht" im Unterricht (Kl. 8 - 10)

 
Eduard Mörike
Um Mitternacht

Gelassen stieg die Nacht an Land,
lehnt träumend an der Berge Wand;
ihr Auge sieht die goldne Waage nun
der Zeit in gleichen Schalen stille ruhn.
       Und kecker rauschen die Quellen hervor, 
       sie singen der Mutter, der Nacht, ins Ohr 
             vom Tage,
             vom heute gewesenen Tage.

Das uralt alte Schlummerlied -
sie achtet's nicht, sie ist es müd;
ihr klingt des Himmels Bläue süßer noch,
der flücht'gen Stunden gleichgeschwungnes Joch.
      Doch immer behalten die Quellen das Wort,
      es singen die Wasser im Schlafe noch fort
           vom Tage,
           vom heute gewesenen Tage.

 

1. Kurzinterpretation

Ähnlich wie das inhaltlich z.T. parallele Mörike-Gedicht „Gesang zu Zweien in der Nacht" ist „Um Mitternacht" durch einen zweifachen Wechsel gekennzeichnet:
Während im „Gesang zu Zweien in der Nacht" die Sprecher-Rollen wechseln -

vier Strophen:

„Sie - Er - Sie - Er"

- bleibt der Betrachter der Nacht-Szenerie in „Um Mitternacht"  in den vier Halbstrophen der gleiche (= der Sprecher/das sich selbst nicht erwähnende lyrische Ich). In diesem Gedicht wechselt vielmehr der Gegenstand der Betrachtung:

„die Nacht - die Quellen - sie (die Nacht) - die Quellen".

Der Betrachter/Sprecher und entsprechend der Leser/Hörer (bzw. Darsteller/Zuschauer, s.u.) ist am Geschehen innerlich beteiligt; das zeigt sich

- einerseits in der Zeit-Regie, v.a. in dem zweimaligen Hinweis auf das Hic et Nunc: „heute" („stieg"/Präteritum - „lehnt"/Präsens - „"sieht ... nun" - „heute" - „noch" (2x) - „immer" - „heute"),

- andererseits in den beiden wertenden Komparativen „kecker - süßer"

- sowie in der beide Verfahren verbindenden Gegenüberstellung „und kecker - doch immer" (I,5 - II,5, jeweils an zweiter Stelle im Vers).

Ich denke, das Gedicht „Um Mitternacht" bietet eine Gegenüberstellung von zwei - rhythmisch gespiegelten - Konzepten des Umgangs mit der vergehenden Zeit:

Die (personifizierten) „Quellen" können nicht davon ablassen, das „uralt alte Schlummerlied" „vom heute gewesenen Tage" zu singen - das Lied der Erinnerung also an das unmittelbar vergangene Geschehen, das sich so schnell nicht, auch „im Schlafe" nicht, beiseite drängen lässt (daktylisch). Der Sprecher urteilt zum Schluss sogar, dass die Quellen „immer" „das Wort behalten" - obwohl sie mit dieser ihrer „Keckheit" gegen die Taglied-„Müdigkeit" und die völlig anderen Interessen ihrer „Mutter", der als kosmische Göttin auftretenden Nacht, verstoßen.

Eine intertextuelle Interpretation kann die Rede vom „frechen Tag" im „Gesang zu Zweien in der Nacht" heranziehen, ebenso den Wunsch in einem Sonett Mörikes an Luise Rau „Lisch aus, o Tag, lass mich in Nacht genesen!", vielleicht auch zwei „uralt alte Schlummerlieder" der Tradition, die der Sprecher kennen mag und die einen Hinweis geben können auf die mögliche Thematik des Gesangs der Quellen:

In M. Claudius' Lied „Der Mond ist aufgegangen" ist die Rede von „des Tages Jammer"
und im ebenso bekannten Abendlied „Hinunter ist der Sonnen Schein" (N. Herman) von der Schuld, mit der der Mensch Gott „erzürnet" hat, sowie von „Schaden, G'fahr und mancher Plag" und - natürlich auch positiv - von der Bewahrung vor solcher Gefährdung.

Im Mörike-Gedicht selber werden diese Inhalte des nächtlichen Singens allerdings nicht direkt angesprochen - der Leser/Hörer muss die Leerstelle selber ausfüllen (der Lehrer/die Lehrerin möglichst mit seiner/ihrer Mörike-Kenntnis). Entscheidend für die Interpretation scheint es zu sein, dass die um Mitternacht auf-„rauschenden" Wasser die wunderbare, göttliche Gegenwart der Nacht nicht wahrnehmen, vielleicht nicht wahrnehmen können, sondern im „Gewesenen" verharren.

Die mythologisch personifizierte Nacht (Allegorie wofür?) hat ein völlig anderes Zeitkonzept: was ihr täglich-nächtlich neu vorgesungen (vorgejammert?) wird, beachtet sie nicht, „sie ist es müd". Sie existiert vielmehr für sich selbst in einer Sphäre der Zeitlosigkeit (jambisch mit „männlichen" Kadenzen). Zwar ist sie auch in den chronologischen Ablauf eingespannt - sie steigt „um Mitternacht" (oder „stieg" vor Mitternacht, wohl in der Dämmerung) „an Land" (d.h. ja wohl: aus dem Meer), erlebt dann aber in dem einzigen Augenblick „um Mitternacht" („nun") „träumend"-visionär die „goldne Waage der Zeit in gleichen Schalen": die tägliche, jahreszeitliche und endzeitliche Tag-und-Nacht-Gleiche (s. ausführliche mythologische Belege) und steht damit im mystischen "Nun" außerhalb der Zeit (sie „sieht die goldne Waage ... stille ruhn").

In der zweiten Strophe des Gedichts sieht es zunächst so aus, als habe die Nacht ihre anfängliche „Gelassenheit" verloren („müd"). Sie kennt jedoch „süßeren" Gesang als das Singen der im Tagesgeschehen befangenen Quellen; auch sie hat Erinnerungen an den Tag, aber an nichts Belastendes, sondern an leichte, „flüchtge", wohl glückliche Stunden, deren einziger Inhalt der dreifache Genuss der „Bläue" des Himmels (visuell), des „Klingens" dieser Bläue (akustisch) und der „Süße" dieses Erlebens ist (olfaktorisch; dreifache Synästhesie). Der Ablauf in der Zeit stellt für sie kein Auf und Ab von Freud und Leid dar, sondern - mit einem Bild aus der Architektur - ein „gleichgeschwungnes Joch": alle Stunden sind in der Erinnerung der Nacht 'gleichunmittelbar' zum Himmel (mythologisch: ihrem Geliebten oder ihrem Sohn?). In steter Wiederkehr des Gleichen kennen die Stunden für sie keine Erdenschwere, sind dafür aber eigentlich inhaltsleer - ein auf Dauer gestelltes Erleben der Zeitlosigkeit, anders als der eine mystische Augenblick der stillgestellten Zeit in der ersten Strophe (man beachte die Opposition der Bilder der „goldnen Waage in gleichen Schalen" und des „gleichgeschwungnen Jochs"). Aber auch im Klingen der „flüchtgen Stunden" lehnt die Nacht noch immer „träumend an der Berge Wand"!
(Liegt in dem Bild des „Jochs" nicht doch, im Widerspruch zum Adjektiv „flüchtig", auch das Moment der Last?)

Nachtrag 2006: Renate von Heydebrand versteht in ihrer gleichzeitig mit meiner Kurzinterpretation erschienenen (von mir erst später zur Kenntnis genommenen) sorgfältigen und luziden Interpretation des Gedichts das Joch-Bild auf andere Weise ("Gewogene Zeit", im Internet abrufbar unter der Adresse
http://www.mediaculture-online.de/fileadmin/bibliothek/heydebrand_zeit/heydebrand_zeit.pdf
= Reclam UB 17508, S. 43 - 56):

"Das »Joch«, das hier die Anschauung liefert, ist nämlich eine symmetrisch »gleichgeschwungne« hölzerne Stange, die man sich auf den Nacken und die Schultern legte, um auf jeder Seite eine gleichschwere Last, z. B. Wassereimer, anhängen und dadurch leichter tragen zu können; es hat mit der »Waage« die ruhige Ausgewogenheit gemeinsam. Die Vorstellung von Zwang, die manche Interpreten von anderen Kontexten her mit dem »Joch« verbinden wollen, ist daher abwegig."

Die Interpretation des schwierigen Verses 12 vom Bild der "gleichgeschwungnen" hölzernen Stange her leuchtet mir ein. Sie schließt allerdings nicht den Last-Charakter des "Jochs" aus. Meiner Ansicht nach betont von Heydebrand insgesamt nicht ausreichend den Last-Charakter des "Tages", von dem die "Quellen" so "keck" und unaufhörlich singen und von dem Mörikes Gedichte immer wieder handeln - des "Tages" grundsätzlich (Vers 7 und 15) mit "Jammer", "Plag" und "Schuld" (s o.) sowie konkret des "heute gewesenen Tages" (Vers 8 und 16). Die Erinnerung an ihn - seiner zu "achten" - würde nach wie vor schmerzen.
Das "noch" in Vers 11 bezieht sich vom Satzanschluss her - wie mir scheint, eindeutig - zeitlich in die Vergangenheit gerichtet auf den "Tag", nicht - wie von Heydebrand es deutet - auf die "noch" bevorstehenden Stunden der Nacht, bevor der Tag wieder anbricht. Zwar drängt sich der Tag immer "noch" und wieder als belastend auf, aber die quälenden, ermüdenden Gesänge der "Quellen" werden vom "Klang" (Nachklang) des Tag-Himmels und seiner "Bläue" auf beglückende Weise ("süß") übertönt; das ist möglich, nachdem/weil die "Nacht" dem Meer entstiegen ist, "Land" betreten hat und "nun", "an der Berge Wand" lehnend, ihre genuine Position zwischen "Himmel" und Erde bezogen hat, die den träumenden Blick in eine - zumindest poetisch - jenseitige, "himmlische" Dimension ermöglicht und auf synästhetisch-sinnliche Weise der Erdenschwere enthebt. Die "Stunden" des Tages erscheinen dann "flüchtig" im Sinne von "vergänglich", "nichtig", sie sind "gleich" gültig wie ungültig.

Im Fazit ihrer Interpretation weist von Heydebrand auf das - im Gedicht nicht explizit auftretende, dennoch selbstverständlich gegenwärtige - lyrische Ich hin:

"In Um Mitternacht äußert sich ein solches ‘lyrisches Ich’ inder Nacht und in den Quellen; es stellt damit dem Leser unterschiedliche, werthaltige Erfahrungsweisen der mitternächtlichen Situation vor Augen. Es ist das lyrische Ich, das einerseits – mit den Quellen – in rastloser Bewegung sich verströmt und dem Zeit- und Selbstverlust nur die Erinnerung an das Vergangene im steten Fluß der Zeit entgegenhalten kann. Es ist das lyrische Ich, das andererseits – mit der Nacht – in Ruhe meditiert, der immer gleichen Mahnung ans bewegte Vergangene »müd« (V.10) ist und jenen glücklichen Zeitpunkt genießt, in dem die Lasten des Vergangenen wie des Künftigen ‘gleichgewogen’ tragbar werden."


2. Einige didaktische Überlegungen/Fragen:

- Wofür stehen die mythologisch-allegorischen Figuren der Nacht und der Quellen?

- Um wessen Zeitempfinden, um wessen Lebensgefühl geht es hier?

- Können z.B. Achtklässler überhaupt etwas mit der Vorstellung und dem Gefühl einer „stille ruhenden Zeit" anfangen, eines Augenblicks, in dem Tag und Nacht, Heute und Morgen, Vergangenheit und Zukunft zusammenfallen?

- Was sieht denn „die Nacht" konkret, wenn sie „die goldne Waage" „sieht"?

- Mehr können Schülerinnen und Schüler vielleicht mit dem schwerelosen Erleben „flüchtger Stunden" unter blauem Himmel anfangen, sicherlich mehr mit dem Erlebnis, dass einem abends und nachts, sogar im Schlaf, nicht aus dem Kopf gehen will, was einen am Tag beschäftigt hat. Welcher Zusammenhang besteht aber zwischen den beiden (oder drei) Zeitempfindungen - der „Nacht" und der „Quellen"?

- Was bedeutet es, wenn am Ende „immer" die Erinnerungen an den „heute gewesenen Tag" „das Wort behalten"?

- Wie können die Schüler in ihrem Verständnis dem Gedicht als einem Ganzen gerecht werden? Wohl kaum auf direkt analytischem Wege. Deshalb also der Versuch einer (vorischtig kontextuierenden) szenischen Interpretation (s.u.).

UNTERRICHTSZIEL: Jedenfalls sollten die unterschiedlichen, auch rhythmisch deutlich voneinander abgehobenen Zeitempfindungen der „Nacht" und der „Quellen" im Zentrum der Unterrichtsstunden stehen.

 

3. Skizze eines möglichen Unterrichtsverlaufs:

- Unkommentiertes Vorlesen von „Um Mitternacht" (durch Schüler/-in, auswendig) und „Gesang zu Zweien in der Nacht" (durch Lehrer)
Beide Texte am Overhead-Projektor

- "In beiden Mörike-Gedichten ist von der Nacht die Rede. Welche Motive kommen in beiden Gedichten vor?" (---> am OP unterstreichen)
(Nacht, personifiziert; Himmel; Gesang; Tag; Stunden; mythologische Anspielung: Schicksalsgöttinnen)

- „Wir werden später sehen, was uns die Kenntnis eines zweiten Nacht-Gedichts von Mörike für das Verständnis des ersten hilft."

- „Wir sollten jetzt versuchen, 'Um Mitternacht' zu inszenieren."
(1 Tisch an der vorderen Wand, davor an der Fensterseite 1 Stuhl als Stufe zum „An-Land-Steigen" der Nacht (an Land = auf dem Tisch) und rechts 1 Stuhl für eine der drei Quellen)
Welche Rollen? (Nacht, Quellen; Himmel? der Berge Wand? die Waage der Zeit?)
Wer spielt (stumm) die Nacht? (Schülerin?)

Zunächst sind die Verse I,1/2 zu spielen: Die Klasse spricht den Text jedesmal auswendig so langsam, dass die Darstellerin in Ruhe spielen kann! -

SPIEL I: Vers 1/2 (mehrere Versuche)

- FRAGEN, die sich zwischen den Versuchen und danach im GESPRÄCH von selbst ergeben (also nicht in sklavisch gehandhabtem „fragend-entwickelndem Verfahren" abgespult werden müssen):

- Wie ist „Gelassenheit" auszudrücken? Was heißt gelassen? Von wo steigt („stieg") die Nacht an Land? Wann? Wie, welche Körperhaltung?

- Wie lehnt sich die Nacht an der Berge Wand? Welche Körperhaltung entspricht dem Text?

- Wovon träumt sie, wenn sie „die goldne Waage..." sieht? Was, genauer gesagt, sieht sie (Waage oder Zeit; beides ist im Raum eigentlich nicht präsent!)? Wie sieht sie selber dabei aus? (Vielleicht geschlossene Augen?) Träumerisch/gelassen?/glücklich?/z.B. majestätisch, würdevoll? etc.
- Wie müssen die Verse gesprochen werden? (Klang, Rhythmus)


- INSZENIERUNG II: Vers 3/4:
GRUPPENARBEIT:

Materialien:

1. Kerenyi-Text (Hausaufgabe vorweg: Lektüre?)

2. Lexikon-Text über „Sternbild Waage" (s. Anhang)

3. OP-Folie: Bild der Justitia  ohne Schwert und ohne Augenbinde, mit der Waage in der Rechten

4. Aussagen in GzZ über „Feen" (= Moiren/Schicksalsgöttinnen)

- SPIEL II: Vers 3/4 (mehrere Versuche; Berücksichtigung der unterschiedlichen Gruppenarbeitsergebnisse)

- GESPRÄCH über das Verständnis und die Darstellbarkeit; offener Ausgang des Gesprächs (Tag/Nacht, dunkel/hell; Tag-/Nacht-Gleiche im Herbst/Winter; Leben/ Tod: Schicksalsgöttinnen/Zeus)


 „Was die Quellen der Nacht über den (heute gewesenen) Tag zu sagen haben, müssen wir genauer überlegen":

ZWEIFACHE SCHRIFTLICHE AUFGABENSTELLUNG (Hausaufgabe?) zu Str. I, Vers 5 - 8 und Str. II (arbeitsteilig): Schreibt auf:

A) Was - genauer gesagt - erzählen wohl die Quellen der Nacht „vom Tage" überhaupt, besonders vom „heute gewesenen"?

Welche Empfindungen haben sie, wenn sie an den „heute gewesenen Tag" denken?
Berücksichtigt die angebotenen Materialien.

B) Was - genau gesagt - denkt sich und empfindet die Nacht, nachdem sie sich die Erzählungen der „Quellen" über den (heute gewesenen) Tag und überhaupt über „den" Tag angehört hat und deren 'müd' geworden ist?
Berücksichtigt die angebotenen Materialien zu den Vorstellungen und Empfindungen der Quellen!
Was empfindet sie selber, von sich aus, wenn ihr die „flüchtgen Stunden" des vergangenen Tages durch den Kopf gehen? Schaut euch genau die Verse II, 3/4 an!"

Materialien:

1. Eduard Mörike: Wunsch in Luise-Rau-Sonett

2. „alte Schlummerlieder" (M. Claudius / N. Herman) (---> „des Tages Jammer/Schaden, G'fahr und manche Plag/womit wir heut erzürnet dich/behütet")

- GESPRÄCH über

- drei der Quellen-Schüler-Texte, über ihren SINN (ihre Plausibilität) im Rahmen des Gedicht-Textes und der angebotenen/zu berücksichtigenden Kontexte

- drei der Nacht-Texte (Str. II), über ihren SINN (ihre Plausibilität) im Rahmen des Gedicht-Textes und der angebotenen/zu berücksichtigenden Kontexte

GRUPPENARBEIT:
Anschließend erarbeiten die Spielgruppen (s.o.) eine
Inszenierung des gesamten Gedichts,
die die Ergebnisse der zwischengeschalteten Arbeitsphasen berücksichtigt.
Dabei sollten die Darsteller das schriftlich Fixierte und im Unterricht Besprochene nicht aussprechen, sie sollten es aber beim Sprechen und Darstellen sich vorstellen, empfinden und zeigen!

- SPIEL III (mehrere Versuche) Kriterien für das anschließende
GESPRÄCH
:

- Wie sind die unterschiedlichen, auch rhythmisch voneinander abgehobenen Zeitempfindungen der „Nacht" und der „Quellen" deutlich geworden?

(z.B.: Wie "rauschen" die Quellen "hervor"? Wie ist das gestisch/mimisch dargestellt worden? Wie „kecker"? etc.
Wie haben die nicht am (stummen) Spiel Beteiligten (s.o.) den Text des Gedichts gesprochen? Wie den Wechsel von Jamben zu Daktylen? Schwingend-daktylisch = „keck"/„frech"? Wie ist „vom Tage, / vom heute gewesenen Tage" zu sprechen: welcher Tonfall?)


Weitere Materialien zum Verständnis des Mörike-Gedichts:

- Tonkassette Hugo Wolf / Eduard Mörike, Um Mitternacht (D. Fischer-Dieskau):
Versteht der Komponist die beiden Rollen der Nacht und der Quellen in der Weise, wie sie im Unterricht erarbeitet worden sind? Wie beurteilt ihr seine Interpretation? (Die Komposition ist nicht so „dualistisch" angelegt wie des Gedicht!)

- Rose Ausländer, Abend II:
Hausaufgabe: "Regiebuch": Wie könntest du dieses Abend-/Nacht-Gedicht inszenieren? Schreibe (bis zu) zehn Vorschläge auf: Wer spielt mit, welche Rollen? Wann, wo? Welche Bilder? Welcher zeitliche Ablauf?
(Ziel, nach der Besprechung der Hausaufgabe: Vergleich mit dem Mörike-Gedicht)


© Dieter Schrey 1999 / 2006

 

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