|
[…]
16. ...
Vom Bürger aus erscheint der Künstler mit Recht als
Wahnsinniger, vom Künstler aus der Bürger mit Recht als
Philister, doch beide sind bei Hoffmann weder besseres noch
schlechteres, sondern jeweils einseitiges Menschentum.
17. Der Gegensatz
Künstler-Bürger ist bei Hoffmann keiner der Berufe, sondern
der Haltungen.
18. Das Glück am Erreichten ist
eine Kategorie, deren Dauerzustand dem Bürger gemäß
ist. Ihr Gegenstück beim Künstler ist die schöpferische
Qual.
19. Wer Künstler geworden ist, dem
ist nicht mehr zu helfen.
20. Der Glückliche hat immer recht.
21. Es gibt auch glückliche
Gespenster.
22. Es gibt auch ein gespenstisches
Glück.
23. Ich halte die Modelle der Romantik
und die E. T. A. Hoffmanns auch heute und hier noch durchaus für
tauglich.
aus: Franz Fühmann, Rede in der
Akademie der Künste der DDR, 1976.
in: Franz Fühmann, Fräulein Veronika Paulmann
aus der Pirnaer Vorstadt oder Etwas über das Schauerliche bei
E.T.A. Hoffmann. München 1984 (dtv 10217), S. 32 f.
nach oben
|