E.T.A. Hoffmann  
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FRANZ FÜHMANN über E.T.A. HOFFMANN
THESEN

 

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16. ...
Vom Bürger aus erscheint der Künstler mit Recht als Wahnsinniger, vom Künstler aus der Bürger mit Recht als Philister, doch beide sind bei Hoffmann weder besseres noch schlechteres, sondern jeweils einseitiges Menschentum.

17. Der Gegensatz Künstler-Bürger ist bei Hoffmann keiner der Berufe, sondern der Haltungen.

18. Das Glück am Erreichten ist eine Kategorie, deren Dauerzustand dem Bürger gemäß ist. Ihr Gegenstück beim Künstler ist die schöpferische Qual.

19. Wer Künstler geworden ist, dem ist nicht mehr zu helfen.

20. Der Glückliche hat immer recht.

21. Es gibt auch glückliche Gespenster.

22. Es gibt auch ein gespenstisches Glück.

23. Ich halte die Modelle der Romantik und die E. T. A. Hoffmanns auch heute und hier noch durchaus für tauglich.

 

aus: Franz Fühmann, Rede in der Akademie der Künste der DDR, 1976.
in: Franz Fühmann, Fräulein Veronika Paulmann aus der Pirnaer Vorstadt oder Etwas über das Schauerliche bei E.T.A. Hoffmann. München 1984 (dtv 10217), S. 32 f.

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