
Unterrichtsskizze zu:
Ernst Kreuder, Was der
Kolkrabe den Tieren riet (Kl. 8/9)
(Text s.u.)
0.) Lektüre des
Textes
1.) Spontanphase:
Äußerungen nicht nur sammeln, sondern auch sortieren
(vielleicht, wenn von den Sch.äußerungen aus möglich, bündeln
in Richtung auf die Frage nach dem unbefriedigenden/offenen Schluss?)
2.) Aufgabe,
die sich aus der Spontanphase ergibt (insgesamt):
Genauer untersuchen,
a) was und wie der K. den Tieren riet, b) was daraus wurde und c) warum
es so wurde
3.) Beginn
mit der Frage:
In welcher Situation
gibt der K. einen Rat? (Jagd) (Text: 1. Absatz)
4.) Wie
ist das Jagdtreiben zu beurteilen? (offene Frage
>>> eigenes
Urteil + Textuntersuchung: normal? "unerbittlich"? "empörte
Trauer"?
>>>Wer urteilt?
a) Was halten die Tiere
von dem Jagdtreiben auf sie? (im Text Fehlanzeige; jedenfalls steht
dort
nichts von ihrem Protest o.ä.)
b) der Kolkrabe? (>>> Nachempfinden
von "empörter Trauer")
c) "unerbittlich"? (Perspektive
des Erzählers (Was heißt "unerbittlich"?)
Nach a/b lässt sich
wohl die Frage nicht vermeiden, warum der Kolkrabe initiativ
wird
und nicht "die Tiere" (nicht betroffen/betroffen etc.). Frage nicht
endgültig
klären.
5.) "Regie":
Zusammenfassung
+ neuer Impuls:
Nach Beobachtung + Empfindung
+ Beschluss + Botschaft + Versammlung: nun der Rat:
Literarisches Rollenspiel:
Szenen
der Ratsversammlung (Arbeitsblatt/Vorstellung der Aufgabenstellung)
Nächste Unterrichtsstunde:
6.) Literarisches
Rollenspiel: 5 Szenen
6a - 6e: Stillarbeit/Einzelarbeit
in 5 Gruppen, schriftlich:
6a) Die Rede
des K. an die Tiere, und zwar die Stelle, an der er sagt:
(Schriftl.
Vorgabe, z.B.:) "Liebe Mit-Tiere, ihr müsst euch in diese
Menschen,
diese Jäger hineinversetzen! Soll ich euch sagen, wie so ein
Jäger
denkt? Er sagt sich ..."
(Perspektive K./Tiere >>>
Menschen)
6b) Die Rede
des K., und zwar die Stelle einer Rede, deren Inhalt im Text nicht
wiedergegeben ist:
"Hört meinen Rat..."
("Die Tiere hörten verwundert zu.") (Leerstelle I)
6c) Der Sechserbock
bringt vor: "Ich kann euch genau beschreiben, was in meinem Kopf
vorgeht,
wenn ich einen Jäger wittere, und welche Gefühle ich dann in
meinen Beinen habe..."
(Implizite Vorgabe der in
der Erzählung angelegten Polarität "Problemlösung per
Kopf/Ratio
- per pedes/Körper/Instinkt oder drogenähnliche Automatik)
6d) Einige
Tiere (z.B. ...) unterhalten sich, während der Igel das Kraut
beschafft, über dieses Kraut, dessen vermutete Wirkungen und
über
ihre Chancen, in Zukunft vielleicht nicht mehr verfolgt und
getötet
zu werden (auch über den Igel/die Herkunft seines Wissens?):
...(Leerstelle
II)
6e) Was denkt
sich der Igel unterwegs, nachdem er das Kraut gefunden hat? Er
denkt:
... (Leerstelle III)
7.) Vortrag einzelner Ergebnisse (5 x 2?) + Diskussion
8.) Bündelung
der vorgetragenen Ergebnisse durch
Hausaufgabe A
(1. Hälfte der Klasse):
Was geht in dem Raben
vor, während der Igel das Kraut holt? (Annahme: Der K. ist in der
Lage, sich ziemlich gut in alle anderen beteiligten Tiere
hineinzuversetzen...)
(entscheidende Leerstelle IV)
9.) Hausaufgabe B
(2. Hälfte der Kl.)(Weiterführung):
Reportage in der Tagespresse
(nicht à la BILD!):
"Großes Rätsel
(oder: Große Sensation) bei der diesjährigen Diplomatenjagd"
(Beschäftigung mit
dem 4. Abschn. der Erzählung; aus der Perspektive der Jäger
und
damit der Presse handelt es sich nicht um Fabeltiere, sondern um reale.
Es bleibt abzuwarten, ob die Sch. eine der ironischen/satirischen
Darstellung
des Erzählers im 4. Abschn. entsprechende kritische
Darstellungsweise
finden.)
Nächste Unterrichtsstunde:
10.) Besprechung der
Hausaufgaben A und B
11.) Weiterführende
Frage (pauschal):
Was ist nun - nach der Szene
auf der "stillen Waldwiese" - ("Diplomatenjagd") aus dem Rat des Raben
geworden?
>>>Letztliches Scheitern
der Aktion
Daraus die Frage: Wo liegt
der Fehler, wenn die Tiere in der Gegenwart "mit verdoppeltem Eifer
erlegt"
werden?
(Berücksichtigung eines
möglichen Contra-Votums: Vielleicht liegt gar kein Fehler vor...)
12.) Offenes Unterrichtsgespräch
über diese Frage
oder stattdessen/mit
der gleichen Funktion:
Literarisches Rollenspiel
II (diesmal mündlich, unter szenischer Beteiligung der
ganzen
Klasse:)
Erneute Versammlung der
Tier heute, mit persönlich genauer Tierrollen-Verteilung
(Vorfrage:
Wer hat die Versammlung einberufen):
Fragen:
Was ist zu tun? Was können
wir aus der Erfahrung lernen?
Offener Ausgang!
(also auch vom Lehrer nicht unbedingt zusammenzufassen)
13.) Bündelung
aller Überlegungen durch die Frage:
Ist die Erzählung eine
Fabel (Tiere!), vielleicht ein Märchen, eine Satire, eine
Kurzgeschichte?
In diesem Zusammenhang wird
die Frage wichtig:
In welche Situation hinein
(gegenwärtig? historisch?) ist diese Erzählung wohl
geschrieben?
>>>Was/wen meint Ernst
Kreuder denn vielleicht? Was/wen können wir meinen?
(Keine "fertigen" Ergebnisse,
wohl aber festzuhaltende Offenheit!)
Ernst Kreuder
Was der Kolkrabe den Tieren riet